Heute mein Ausflug von Padua nach Venedig.
Gegen 10 ging es in Padua mit dem Zug los. Fahrzeit: ca. 40 Minuten. Alles Touristen an Bord.
In Venedig liegt der Bahnhof schon in der Stadt, das heißt: man kommt aus dem Bahnhof raus und steht direkt vorm Canale Grande - das freilich erst, nachdem man die zahlreichen Schlangen überwunden hat: es gibt eine Schlange, um vom Bahnsteig herunter zu kommen, eine um aus dem Bahnhof rauszukommen, eine für die Toilette und eine an der Touristeninformation. Die letzten beiden umgehe ich.
Als ich draußen bin, mein erster Eindruck: Wie in Indien! - Was für ein Gewusel! Überall Leute! Hier noch eine Schlange für Leute, die Tickets für die Bootsbusse haben wollen, hier eine für ein Bootstaxi und hier für den zweiten Schalter der Touristinfo.
Auf dem Canale Grande das gleiche Bild: Boote ohne Ende. Bootsbusse, Bootstaxis, Transportboote, private Boote - und Gondeln. Die muss es natürlich auch geben...
Ich schaue mir das Treiben erst mal an (wie alle anderen auch) und stelle mich auf die Brücke über den Canale Grande. Und ich muss sagen: die Faszination dieser Stadt ergreift mich - trotz des Gewusels. Wie die farbigen Häuser so im Wasser liegen, das Wasser mit den Booten, der Sonnenschein, der blaue Himmel - das hat schon was!
Wenn man eine ruhige Stelle gefunden hat, wo man den Rummel nicht so hört und die Phantasie etwas spielen lässt, fühlt man sich zurückversetzt in einen Sophia Loren-Film der 50er Jahre...
Ich habe eine ungenaue Karte und mache mich damit auf. Zwei Ziele habe ich (wie wahrscheinlich alle anderen auch): den Marcusplatz und die Rialto-Brücke. Was sonst.
Ich richte mich nach dem ungefähren Weg, wie es aus meiner Sicht richtig ist, komme an vielen kleinen Kanälen und einigen Plätzen vorbei und stelle fest, dass es tatsächlich Straßen in Venedig gibt, in denen man vollkommen alleine ist. Das ändert sich allerdings schlagartig wieder, je näher ich zum Marcusplatz komme. Die Dichte der Souvenirläden und Japaner je m2 nimmt zu, das Klicken der Kameras ebenfalls.
Schließlich komme ich zum Marcusplatz: schon sehr beeindruckend, wenngleich auch nicht so viel zu sehen ist vor lauter Menschen. Den Besuch der Basilika schenke ich mir auch: Schlange.
Nach einiger Zeit mache ich mich dann auf zur Rialto-Brücke. Jetzt nehme ich den ausgeschilderten Weg. In der Herde gehe ich nun durch Gassen, über Brücken und Plätze. Schließlich liegt Sie vor mir: die Rialto-Brücke.
Hier ist natürlich der Teufel los. Die Brücke liegt aber auch an einer der schönsten Stellen des Canale Grande!
Die Brücke selbst habe ich anders in Erinnerung: ich wusste nicht, dass auf der Brücke Geschäfte sind - war das schon immer so??
Ich sitze und beobachte noch eine Zeit und mache mich schließlich auf den Heimweg. In einem überfüllten Zug erreiche ich Padua - und bin ganz froh, wieder hier zu sein. Das Thermometer zeigt 34 Grad.
Ich nehme einen Kaffee im nächstgelegenen Café, zwei Bedienungen sind sehr hilfsbereit und erklären mir bereitwillig die verschiedenen Kaffeesorten und süßen Teilchen. Was ist Padua doch so angenehm ruhig... ;-)
Trotz allem: der Ausflug hat sich gelohnt. Venedig ist eine Reise Wert!
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