Alle Achtung: Italien macht sich langsam als Radfahrer-Land.
Als ich 1992 mit Uli den ersten Radurlaub hatte, der auch durch Italien ging, habe ich mir eigentlich geschworen, nie mehr durch Italien mit dem Rad zu fahren.
Wir sind damals aus der Schweiz kommend am Lago Maggiore entlang gefahren - und es war die Hölle: auf der rechten Seite der Fels, auf der linken Seite Autos und Busse, die an einem vorbei wollten, gehupt haben und dann einfach gefahren sind, nach dem Motto: Der Radfahrer wird schon Platz machen...
Das war nervlich so anstrengend und auch gefährlich - wir waren fix und fertig.
Damals hat niemand in Italien das Fahrrad zu Alltagszwecken genutzt. Das Fahrrad war ein Sportgerät - im Alltag hatte man ja das Auto oder so ein Knatterding. Dementsprechend sahen die Städte ja auch aus: zugeparkt, Abgase ohne Ende und selbst durch die kleinsten Gassen sind Sie noch mit dem Auto durch.
Mittlerweile ist dies in vielen Städten anders: das Fahrrad hat das Auto und die Knatterdinger verdrängt - viele Städte sind für den Autoverkehr gesperrt.
Die Italiener sind deshalb auf Fahrräder umgestiegen. Ältere Leute nutzen Elektrofahrräder, wie das abgebildete, und gleiten lautlos ohne zu treten in beachtlicher Geschwindigkeit an einem vorbei. Ein wirklicher Zugewinn für die Lebensqualität in den Innenstädten Italiens!
Radwege gibt es mittlerweile auch einige. Aber das ist noch eher ohne Konzept: es wird dort ein Radweg ausgeschildert, wo gerade Platz ist, also zum Beispiel von hier bis zur nächsten Kreuzung. Dann hört der Radweg wieder auf, dann beginnt er irgendwann wieder, usw. Außerdem ist es meist ein Hindernislauf: es stehen Mülltonnen oder Lampenmasten im Weg, oder der Radweg ist in schlechtem Zustand.
Aber immerhin: der Anfang ist gemacht!
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